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TU Berlin

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Im Graduiertenkolleg abgeschlossene und laufende Forschungsprojekte

Laufende Dissertationsprojekte:

Kollektive Improvisation und Innovation im Feld. Die Gestaltung der Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten

Albrecht, Jana (3. Kohorte)

Das Projekt unterstellt das rekursive Zusammenspiel von kollektiver Improvisation und Innovation mit Feldern an einem konkreten Fallbeispiel – der Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten. Das Projekt widmet sich also der Herausforderung, nicht nur ein Verständnis von kollektiver Improvisation im Verhältnis zu Innovation zu entwickeln, sondern das Verhältnis von kollektiver Improvisation und Innovation zusätzlich in einem konkreten Feld aufzunehmen. Mit dem Fokus auf Prozesse kollektiver Improvisation und Innovation in Feldern verfolge ich also zunächst bestimmte theoretische Fragestellungen.

Wie lässt sich ein Begriff von kollektiver Improvisation heterogener Akteur*innen entwickeln? Wie lässt sich das Zusammenspiel von kollektiver Improvisation und Innovation greifen? Die hier übergeordnete Frage lautet: Wie lässt sich dieses Zusammenspiel in Feldern verstehen?

Das mit dem Thema „Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten“ noch grob umrissene Feld dient mir als Bezugspunkt sowohl für meine theoretische als auch für meine empirische Arbeit. Dabei interessiert mich einerseits, an welchen Stellen der institutionell ausgebildete Rahmen der Arbeitsmarktintegration in Deutschland weitestgehend funktioniert. Andererseits möchte ich untersuchen, an welchen Stellen und aus welchen Gründen diese Rahmenbedingungen nicht greifen können. Ich möchte herausfinden, welche Akteur*innen hier eine zentrale Rolle spielen und wo kollektiv improvisiert und vielleicht auch innoviert wird. Möglicherweise stellt sich im Verlauf meiner Arbeit aber auch heraus, welche Faktoren Innovationen in diesem Bereich verhindern.  

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Innovation durch Musterlösungen

Ametowobla, Dzifa (Anderweitig finanziert)

Für die Optimierung ihrer internen Abläufe setzen Organisationen häufig auf die Einführung von Unternehmensinformationssystemen (UIS). Diese versprechen, die Organisation werde effizienter, wenn Informationen über Abteilungsgrenzen hinweg geteilt und Prozesse an die einprogrammierten Musterlösungen angepasst werden. Die Einführung eines UIS beeinflusst die Arbeitsabläufe in der Regel stark; selten kommt es jedoch (nur) zu den gewünschten Veränderungen.

Stattdessen behalten Organisationsmitglieder zentrale Aspekte ihrer alten Praktiken bei oder entwickeln völlig unerwartete Arten, mit der Software umzugehen. In der Organisationsforschung besteht grundsätzlich Einigkeit darüber, dass die technischen Eigenschaften von UIS großen Einfluss darauf ausüben, wie Nutzer sie sich aneignen können (z. B. Orlikowski und Iacono 2001, Leonardi und Barley 2010). In empirischen Studien werden diese Eigenschaften jedoch höchstens abstrakt berücksichtigt.

Die Forschung zur Biographie von UIS zeigt, dass sie auf Modellen von Organisationsstrukturen und -prozessen basieren, die im Austausch mit Experten aus den Anwendungskontexten entstehen. (Pollock und Williams 2009). In meiner Dissertation verbinde ich beide Forschungsstränge in der Frage:
» Welche Rolle spielen in Standardsoftware eingebettete Modelle des Organisierens in Prozessen organisatorischer Innovation?

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From food to poop: examining the human microbiome as an innovation field in healthcare

Biedermann Camposano, Sabine (3. Kohorte)

Die alarmierende Zunahme nicht übertragbarer Krankheiten wie Allergien, Herzkrankheiten, Diabetes und Krebs hat die Forschungsbemühungen zu neuen therapeutischen Ansätzen zur Behandlung und Heilung dieser Krankheiten steigen lassen. Medizinische Innovationen durchlaufen jedoch einen langen und komplexen Prozess um genügend Beweise für ihre sichere Umsetzung zu sammeln, und nur wenige schaffen den Sprung vom Labor in die klinische Praxis. 

Ein schnell wachsendes Forschungsgebiet zu chronischen Krankheiten ist das menschliche Mikrobiom - die Gesamtheit der im und auf dem menschlichen Körper vorhandenen Mikroorganismen samt ihrer genetischen Information - und ihr Zusammenhang mit Gesundheit, Umwelt und Ernährung. Doch der Großteil der im menschlichen Körper vorkommenden Mikroorganismen ist noch relativ unbekannt. Die Erkenntnisse sind noch so jung, dass die Modifikation der menschlichen Mikrobiota zur Behandlung chronischer Krankheiten weiterhin experimentell und umstritten ist.

Mein Dissertationsprojekt zielt darauf ab, die Zusammenhänge zwischen Wissensproduktion und therapeutischer Intervention des menschlichen Mikrobioms zu erforschen. Ich gehe der Frage nach, wie sich neue Erkenntnisse und Sichtbarkeiten des menschlichen Mikrobioms in der medizinischen Praxis niederschlagen und sie verändern. Damit will ich mich in der mittlerweile langjährigen Tradition der Science and Technology Studies verorten und meine Aufmerksamkeit auf nicht-menschliche Akteure, Beziehungen und Praktiken lenken. 

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Innovation als Leitbild der deutschen Politik. Gegenwärtige Dynamiken einer Innovationsgesellschaft am Beispiel des Deutschen Bundestages. 

Braunisch, Lilli Alexa (2. Kohorte)

Innovation ist einer der führenden Begriffe im Sprachgebrauch der institutionalisierten Politik in Deutschland. Seit den 1970er Jahren und zunehmend seit den 2000ern fungiert der Innovationsbegriff dabei als Leitbild der Politik zur Lösung von gesellschaftlichen Problemen. Insbesondere seit 2004/05 fungiert „Innovation“ als verbindendes Element zwischen Wirtschaft, Wissenschaft, Forschung und Politik und etabliert sich darin als ein eigenständiges Konzept politischen Handelns und Planens. 

Meine Arbeit untersucht vor diesem Hintergrund die Bedeutungen des Innovationsbegriffs als ein leitendes Paradigma sowie die Dynamiken ihres Zustandekommens und Wirkens aus wissenssoziologischer Diskursperspektive. 

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Erwartungen an zukünftige Technologie - Visionen einer zukünftigen Gesellschaft

Crespi, Barbara (3. Kohorte)

Erwartungen, Visionen des zukünftigen Potenzials einer Technologie, spielen während des gesamten Langzeitprozesses soziotechnischen Wandels eine entscheidende Rolle. In der Nischenphase junger Technologien fungieren sie als Statthalter für Funktionen, die in diesem Entwicklungszustand noch nicht erfüllt werden können. Sie legitimieren, orientieren und koordinieren weitere Investitionen in die Erforschung und Weiterentwicklung der Technologie. Sobald technologische Inventionen den geschützten Raum der Nische verlassen und erstmals von Nutzern angewendet werden, entstehen aus dieser Erfahrung heraus neue Zukunftsbilder. Die von Erfindern, Entwicklern und Investoren weitergetragenen positiven Erwartungen in das Nutzungspotenzial müssen sich dann im Alltag bewähren und geraten in Konflikt mit sowohl positiven als auch negativen Erwartungen der Nutzer, hinter denen in der Gesellschaft herrschende Hoffnungen und Ängste stehen. In Technologieblogs werden erste Erfahrungen der Blogautoren als Early Adopter mit neuen Technologien minutiös beschrieben und auch die diesbezüglich gesellschaftlich vorherrschenden Erwartungen aufgenommen. In ihrer Rolle als Meinungsführer entscheiden Autoren von Technologieblogs mit darüber, was als „echte“ Innovation gelten kann und in der Folge in den Markt eingeführt wird und was nicht. Im Rahmen des Forschungsvorhabens sollen positive und negative Erwartungen hinsichtlich digitaler Technologien in Technologieblogs identifiziert und in ihrer Entwicklung analysiert werden. So lässt sich ein Einblick in gegenwärtig mögliche, aber auch in zukünftig gewünschte und zu vermeidende Funktionalitäten junger Technologien gewinnen und ein Stimmungsbild gesellschaftlicher Hoffnungen und Ängste nachzeichnen.

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Hacking und Making: epistemische Praktiken technischer Innovation

Dahm, Sebastian (3. Kohorte) 

Hacking und Making lassen sich allgemein als ‚benachbarte' Formen des kreativen Umgangs mit Technologie fassen. Im engeren Sinn bezeichnet Hacking das Programmieren schneller, ‚unschöner‘ Lösungen, im weiteren Sinne den experimentell-spielerischen Umgang mit (Computer-)Technologie und ihren Beschränkungen – sowie die politischen Implikationen dieser Aktivitäten (Coleman 2013; 2017). Verglichen mit der Hacking-Community, deren Wurzeln bis in die Computerlabore des MIT der 50er und 60er Jahre zurückverfolgt werden können (Levy 2010; Raymond 2001), handelt es sich bei Making um ein recht junges Phänomen. Erst seit den 2000er Jahren kann – auch bedingt durch die allgemeine Verfügbarkeit komplexer Fertigungstechnologien (3D-Drucker, Lasercutter etc.) – eine ‚Vergemeinschaftung‘ von DIY-Interessierten mit einem dezidierten ‚Produktionsfokus‘ beobachtet werden. Den Bezugspunkt dieser Maker-Community bildet eben das Herstellen von (neuen) Dingen (Richterich und Wenz 2017).

Zwischen Hacking und Making lassen sich unbestritten Bezüge herstellen, diese sind bislang allerdings wenig systematisch ausgearbeitet. Eine vereinheitlichende Definition erscheint wenig tragfähig; zu heterogen und brüchig sind sowohl die Verbindungen als auch die Grenzziehungen innerhalb der Communities (Kubitschko 2017, Richterich und Wenz 2017). Im neueren Forschungsstand werden vor allem die Übertragung von Organisations- und Produktionsprinzipien der Open-Source-Bewegung auf die Making-Bewegung betont („Open Hardware“), wobei häufig eine Fokussierung auf Wertschöpfungsprozesse festzustellen ist (Smith et al. 2013; Dickel et al. 2014; Hielscher 2017). Demgegenüber schlägt meine Dissertation vor, die epistemischen Praktiken von Hacking und Making in den Blick zu nehmen, um so die konkreten Bezüge zwischen den Communities zu verfolgen. Dabei soll das Konzept der Wissenskultur (Knorr Cetina 2002; 2001) als analytischer Rahmen und Ausgangspunkt für die weitere empirische Arbeit dienen. Die Idee ist demnach, Hacking und Making als aufeinander bezogene (Wissens-)Kulturen zu fassen und ihre jeweils typischen Praktiken (Schatzki et al. 2008; Schmidt 2012) zum Gegenstand der Untersuchung zu machen, um so Kontinuitäten und Brüche aufdecken zu können. Ein durch STS (Star 2002; Latour 2006) und Ethnomethodologie (Garfinkel 2002, Livingston 2008) perspektiviertes, ethnographisches Vorgehen (Hammersley und Atkinson 2007) erlaubt, die situativen Praktiken der technologischen Aneignung zu analysieren und miteinander ins Verhältnis zu setzen.

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Konstitution des Innovationsfeldes der digitalen Assistenzsysteme für Senioren

Deisner, Jana (3. Kohorte)

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Beams, Dreams, and Bureaucracy: The Home-Making among Refugees as Innovative Processes 

Eckert, Anna (3. Kohorte)

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Werte ohne Maß? – Legitimationsmuster in der Gegenwartskunst

Engelhardt, Anina (1. Kohorte)

Innovationsorientierung ist als kulturelles Ordnungsmuster im Feld der Gegenwartskunst fest verankert. Das diskursiv problematisierte Dilemma einer „Ökonomisierung“wird von mir als Legitimitätsproblem in der Gegenwartskunst untersucht.Bei der Bewertung und Evaluation von Neuheiten in der Gegenwartskunst konkurrieren Regeln der Legitimierung:

»Es gibt einen Konflikt zwischen praktischem Legitimationsbedarf und Vorannahmen für die Legitimation(normative Basis).

»Es gibt einen Konflikt zwischen normativen Vorstellungenüber legitime Formen der Evaluation und der sozialen Organisation des Feldes.

»Es gibt einen Konflikt zwischen Zielen der ökonomischen Verwertung/Bewertung und der ästhetischen symbolischen Bewertung.

Fragestellungen:

» Wie werden Neuheiten in der Gegenwartskunst in ihrerausgeprägten Innovationsorientierung evaluiert?

» Wie wird „Neuheit“ diskursiv konstruiert?

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Musikalische Innovation zwischen Copyright-Management und Umgehungskreativität

Fischer, Georg (2. Kohorte)

Das Projekt untersucht, wie Kreativität gesellschaftlich reguliert wird. Dafür werden die Überlegungen des Graduiertenkollegs auf den Bereich der Popmusik übertragen. Der konkrete Fall ist die musikalische Innovation des Samplings und dessen urheberrechtliche Regulation. Sampling ist als Praxis zur Produktion neuer Musik zwar seit Jahrzehnten etabliert, wird aber fast genauso lange schon mit juristischen Mitteln bekämpft.

Das Neuheitsverständnis beim Sampling ist kaum mit dem des Urheberrechts in Einklang zu bringen. In diesem Spannungsbereich hat sich ein Innovationsfeld entwickelt, das Akteure aus Musikproduktion, Verlagswesen, Musikindustrie,Anwaltskanzleien, Technologie-Entwicklung und Verwertungsgesellschaften gruppiert. Die Akteure ringen mit spezifischen Praktiken, Orientierungen und Prozessen um die Deutungshoheit musikalischer Kreativität und um die Regulation musikalischer Neuheit.

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Gesellschaftlicher Wandel durch sozio-technische Innovationen von unten? Zur Konstituierung eines neuen Innovationsfeldes am Beispiel gemeinwohlorientierter Online-Plattformen

Flick, Christian (3. Kohorte)

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Creating Innovations in the Platform Economy. On the Interdependence of Platform-Innovations and Application-Innovations in Software Development

Grieser, Christopher (3. Kohorte)

Der gesamtgesellschaftliche Trend der Digitalisierung drückt sich auch in einer Transformation bisheriger Geschäftsmodelle und Organisationsformen aus. Gerade in den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften wird dabei eine zunehmende Umstellung traditioneller Märkte hin zu Plattformökonomien festgestellt. Nicht zuletzt werden Internetkonzerne wie Google, Apple, Amazon oder Microsoft als Plattformunternehmen gesehen. Im akademischen Diskurs bestehen jedoch sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, was eine Plattform darstellt: Während die Wirtschaftswissenschaften und die Information System Research Plattform vornehmlich als technische Infrastrukturen sehen, die zweiseitige Märkte konstituieren, werden in der Soziologie Plattformen hauptsächlich als Organisateure digitaler Märkte und Arbeitgeber von (Schein-)Selbstständigen gesehen. Diese beiden Ansätzen möchte ich mit einer integrativen Perspektive zusammenführen, die sowohl infrastrukturelle als auch markvermittelnde Aspekte von Plattformen gleichermaßen berücksichtigt.

Für mein Promotionsvorhaben möchte ich Plattformen hierfür als neue Governance-Form betrachten, die mit dem Ansatz des akteurszentrierten Institutionalismus untersucht werden sollen. Dabei ist empirisch noch zu klären, ob Plattformökonomien eine eigenständige Koordinationsform neben Markt, Organisation, Netzwerk und Gemeinschaft darstellen, ein Hybrid dieser bereits bekannten Koordinationsformen sind oder ein spezifischer Subtyp einer bereits geläufigen Governance-Form. Die zentrale These des Disserationsvorhabens ist, dass sich Plattformökonomien folglich auch durch eine spezifische Art und Weise der Hervorbringung von Innovationen auszeichnen. Zur empirischen Untersuchung dieser These werde ich eine qualitative Studie des internationalen Softwaremarktes durchführen, da Softwareentwicklung dadurch charakterisiert ist, dass die technologisch-organisatorische Komplexität nicht nur bei der Plattform, sondern auch bei den Plattformanwendungen liegt: Im Gegensatz zu vielen anderen Plattformökonomien wie z.B. Fahrdienstleistungs- oder Crowdworking-Plattformen zeichnet sich Softwareentwicklung durch eine eher kreative und wenig standardisierte Arbeitstätigkeit der Plattformanwendenden aus. Perspektivisch soll durch mein Promotionsprojekt also ein Vergleich Governance-Typen auf Basis ihrer Form der Hervorbringung von Neuem ermöglicht werden.

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Overshadowed by the Pill. The Development of Male Contraceptive Technology

Klemm, Miriam (2. Kohorte)

Reversible Langzeitverhütungsmittel für den Mann werden seit Jahrzehnten erforscht. Die technologische Machbarkeit sowie die gesundheitliche Verträglichkeit konnte für einige Produkte bereits in zahlreichen internationalen klinischen Studien nachgewiesen werden. Trotzdem ist keines dieser Mittel auf dem Markt. Wie alle Innovationen muss sich auch ein Langzeitverhütungsmittel für Männer neben wissenschaftlich-technologischen Herausforderungen gegen gesellschaftliche, institutionelle und kulturelle Widerstände durchsetzen. In meiner Dissertation frage ich nach diesem ‚Doing Innovation‘:

Wie wird die vielschichtige Innovationsaufgabe von Akteur*innen reflexiv und gegen multiple Herausforderungen angegangen?

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Die reflexive Herstellung des Neuen – Innovation und Standardisierung in Schwellenländern

von Laer, Maximilian (2. Kohorte)

Im Zentrum meines Forschungsprojekts „Innovations- und Standardisierungsstrategienvon Schwellenländern“ steht die Untersuchung reflexiver Innovationsprozesse und-strategien in Schwellenländern. Konkret werden Standardisierungsregime selbst sowiederen Einfluss auf die Schaffung des Neuen untersucht. Auch wird deren Ausgestaltungdurch und ihre Abhängigkeit von eben diesen Innovationsprozessen betrachtet.

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Von der Krise zur Kreativität? Der Diversity-Ansatz und die Bedeutung von Kreativität und Innovation in der lokalen Integrationsarbeit.

Maas, Felix (2. Kohorte)

Seit einigen Jahren ist ein neuer, potentialorientierter Diversitätsansatz im städtischen Policy-Diskurs über Migration und Integration in Berlin zu beobachten. Dieser Ansatz bricht mit der bisherigen Defizitorientierung und überträgt Ideen aus dem Bereich des Diversity-Managements in Unternehmen auf die Stadt. Im Zentrum steht die Annahme,dass kulturelle Diversität und der interkulturelle Austausch zu mehr Kreativität und Innovationen in der Stadt führen. Verschiedene Projekte in Berlin, die sich mit der Einbindung von Geflüchteten in die(Stadt-)Gesellschaft befassen, zeigen innovative Ansätze im Praxisfeld. Hier werden neue Strategien erprobt, um die Potentiale und Fähigkeiten dieser Gruppe sichtbar zumachen und zu fördern. In meinem Dissertationsprojekt untersuche ich anhand dieser Projekte die Folgen des Diskurswandels in Berlin. Dabei werden neben dem Policy-Diskurs Förderstrukturen, die organisationale Ausgestaltung der Projekte sowie die alltägliche Arbeit in den Projekten in den Blick genommen.

Fragestellungen:
»Wie und unter welchen Bedingungen wird der neue potentialorientierte Diversitätsansatz auf der Ebene des städtischen Policy-Diskurses im Praxisfeld umgesetzt?
»Wie entstehen im Prozess der Implementierung Neuerungen in der Projektpraxis?

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Technische Wettkämpfe als moderne, reflexive Innovationsumgebungen

Maibaum, Arne (2. Kohorte)

Innovation verändert in der modernen Gesellschaft ihren Charakter, sie wird reflexiv und verläuft als heterogen verteilter Prozess. Die zentrale Frage bleibt: Wie gelingt es den unterschiedlichen Akteuren, das Neue unter Bezug auf die bestehenden Handlungs- und Rechtfertigungsmuster reflexiv und koordiniert herzustellen? Die Hypothese ist, dass der technische Wettkampf diese Funktionen übernimmt.

Die Arbeit möchte zeigen, dass es sich bei den technischen Wettkämpfen um mehr handelt als die Renaissance einer alten Strategie zur Herstellung von Neuem, sondern umeine typische Ausprägung der Innovationsgesellschaft und ihrer epistemischen Produktionsweisen.

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Innovation als Chiffre des modernen Subjektes

Minnetian, Clelia (2. Kohorte)

In diesem Promotionsprojekt wird der Innovationsimperativ im Feld der Berufsorientierung auf seine subjektivierenden Effekte hin untersucht.Ausgegangen wird von der zentralen These, dass sich in der gegenwärtigen Moderne Innovationen zur Bezeichnung der Herstellung des Neuen von ihren klassischen Bereichen Technik, Wirtschaft und Wissenschaft entgrenzt haben und zu einem ubiquitären Phänomen geworden sind.

Innovationen gelten heute als Lösungen für die unterschiedlichsten technischen und gesellschaftlichen Probleme, die strategisch gefordert und reflexiv gefördert werden.Dabei erheben Innovationsdiskurse Innovationen und das doing innovation zur Norm:Alles und jeder muss und will innovativ sein. Als sozialer Imperativ hat dies Auswirkungen bis ins Subjekt hinein, etwa auf Selbstverständnisse und Lebensentwürfe.

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Die Start-up Szene als Kontext und die Pitch-Präsentation als Format und Gattung der reflexiven Innovation

Mojem, Lars (3. Kohorte)

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Reflexiv vom Erfolgsmodell zum Sorgenkind? - Eine Fallstudie zu Steuerungsansätzen und konkurrierenden Impulsen im Innovationsfeld der Energiewende

Müller, Juliana Mercedes (2. Kohorte)

Anknüpfend an die von Bruns et al. (2008; 2011) verfasste Innovationsbiographie der erneuerbaren Energien (EE) in Deutschland wird in meiner Dissertation der weitere -durch stetige Impulse und Brüche gekennzeichnete - Werdegang der EE beschrieben. Wesentlich reflexiv veränderte Handlungspraktiken sowie rahmensetzende Grammatiken kennzeichnen dabei den Innovations- und Diffusionsprozess der Solar- und Windenergie seit 2010 und werden ins Zentrum gerückt. Diese Komplexität und Dynamik des Zubau-Pfades von Photovoltaik (PV)und Windenergie bietet ein aktuelles Forschungsfeld zur Innovationsgesellschaft. Mit dem 2015 eingeführten Pilotverfahren (Ausschreibemodell für PV-Freiflächenanlagenförderung) treten neuartige Herausforderungen im Innovationsfeld auf, die erneut reflexive Anpassungen des Systems bedingen.

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The reflexive creation of novelty - A comparison between the US and the EU regarding the relationship between regulation and innovation in light of the General Data Protection Regulation 

Niebel, Crispin (3. Kohorte)

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Was Gebäude in Bolivien können: Linien und Spalten der Neo-Andinen Architektur

Paladines, Marco (3. Kohorte)

Der neuen Andinen Architektur in der Stadt El Alto in Bolivien erfährt weltweit zunehmend mehr Aufmerksamkeit von Medien, Künstlern und Forschern. Diese Architektur, die entweder als die authentische Aymara-Architektur Boliviens gefeiert oder als kitschig und geschmacklos heruntergespielt wird, ist Gegenstand zahlreicher und leidenschaftlicher Kontroversen unter Architekten, Sozialwissenschaftlern sowie in der Öffentlichkeit. Gleichzeitig bietet Sie einen tiefen Einblick in die wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Transformationen, die eine der ärmsten amerikanischen Nationen in den letzten fünfzehn Jahren erlebt hat. Der bunte und prächtige Stil der Interieurs, die spielerische Kombination traditioneller indigener Muster mit innovativen architektonischen Konzepten und die wachsende soziale Bedeutung, die diese Gebäude haben, sind einige der Aspekte, die eine Studie dieser ungewöhnlichen architektonischen Bewegung, die die Machtverhältnisse und die Gestaltung des Stadtraums in El Alto verändert hat und weiterhin verändern wird.

Anhand von Interviews und einem partizipativen fotografischen Prozess soll in diesem Dissertationsprojekt zunächst geklärt werden, welche Art von Ressourcen (z. b. materielle, technische, politische, bürokratische, künstlerische, wirtschaftliche) mobilisiert wurden, die in ihrer spezifischen Konfiguration und Verteilung diejenigen Bedingungen geschafft haben, die diese neuen Gebäude möglich gemacht haben. Zweitens wird skizziert, welche transformativen Effekte im Bereich der Geschmackswahrnehmungen, der urbanen Imaginaries und der sozialen Ordnungen des Prestiges zu beobachten sind. Da Architektur als ein Medium verstanden werden kann, in dem soziale Gruppen für sich selbst Formen mit eigenlogischen materiellen, funktionalen, ästhetischen und kommunikativen Qualitäten erzeugen, wird schließlich nach den möglichen Bewertungen und Bedeutungen gesucht, die sich aus der semiotischen Analyse der Gebäude und aus dem Selbstverständnis von Schlüsselakteuren ergeben.

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Aktuelle Verwicklungen von Ästhetik und Politik. Ästhetisch-politische Interventionen in Berliner Stadträume und den ›Flüchtlingsdiskurs‹

Rigamonti, Nora (2. Kohorte)

Das Ziel des Forschungsvorhabens besteht in einer Analyse aktueller experimenteller Interventionen in städtische Räume und den ›Flüchtlingsdiskurs‹ durch AktivistInnen, UnterstützerInnen und KünstlerInnen. Diese Interventionen können als ›Gegenlabore‹ begriffen werden, in denen ›Gegenfakten‹ zur dominanten Ordnung etabliert werden sollen.

In diesen Interventionen wird zunehmend folgendes Phänomen unübersehbar und erfordert eine empirische und theoretische Auseinandersetzung:Die wechselseitige Verschränkung und Rekonfiguration der ›klassischen‹Gesellschaftsbereiche Kunst und Politik, die Herausbildung eines eigenständigen Innovationsfelds und die ihm eigenen ›hybriden‹ Handlungsweisen und -logiken. Zu den 2 zentralen Forschungsfragen meines Forschungsprojekts gehören:

»Kann ›Kunstaktivismus‹ als Politik verstanden werden und falls ja, inwiefern?

»Auf welche Weise bringt ›Kunstaktivismus‹ neue kollektive Realitäten hervor?

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Reflexive Koordination – Reflexive Innovation. Technologische Innovationen von Start-ups durch Koordination in Netzwerken

Scheidgen, Katharina (2. Kohorte)

In meiner Dissertation analysiere ich die Entwicklung der Beziehungsgeflechte von Start-ups im Gründungsprozess. Meine Hypothese ist, dass die Netzwerkbildungsprozesse von der jeweils erzeugten Innovation abhängen. Deshalb vergleiche ich Start-ups, die verschiedene Typen von Innovationen hervorbringen. Der Analyseschwerpunkt liegt auf der Entwicklung von persönlichen zu organisationalen Beziehungen, deshalb wird die frühe Gründungsphase betrachtet.»Wie entwickeln und nutzen Start-ups interorganisationale Beziehungen im Umgang mit Problemen im Gründungsprozess?

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Regieren durch Verhaltensexperimente. Eine Ethnographie behavioraler gouvernementaler Praxen.

Seitz, Tim (3. Kohorte)

In meinem Promotionsprojekt interessiere ich mich für die epistemischen Praktiken verhaltenswissenschaftlich informierten Regierens, welche unter der Bezeichnung „Nudging“ diskutiert und praktiziert werden. Wörtlich als Anstupsen übersetzt, fallen unter dem Begriff „Nudging“ Verfahren indirekter Verhaltensbeeinflussung zusammen, die erstens durch die Eingriffe in sogenannte Entscheidungsarchitekturen die Wahrscheinlichkeit bestimmter (sozial erwünschter) Verhaltensweisen erhöhen sollen, und deren Effekte zweitens konsequent mithilfe quantitativer Evaluationsverfahren gemessen werden. Im Zusammenspiel von Interventionen und der gleichzeitigen Messung ihrer Effekte ergibt sich eine Regierungsform, die ihrem Aufbau nach verhaltenswissenschaftlichen Laborexperimenten ähnelt – „Nudging“ bedeutet ein Regieren durch Verhaltensexperimente.

In einem ethnographisch-explorativen Zugriff, der sich in der Tradition der Laborstudien verortet, untersuche ich Nudges in the making. Ich interessiere mich für die Weise, in der Nudges gestaltet, implementiert und evaluiert werden.

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Abgeschlossene Dissertationsprojekte

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Community-based Innovation & the Dilemma of Entrepreneurship in Open Hardware

Ferdinand, Jan-Peter (1. Kohorte)

Die Entwicklung neuer Technologien unter dem Leitbild von „open source“ bildet eine Teilfacette der Innovationsgesellschaft, die einen expliziten Gegenentwurf zu etablierten Innovationsansätzen der Wirtschaft darstellt. Anders als die kommerzielle Praxis innovativen Handelns vollziehen sich open source Projekte nicht in unternehmens-, markt- oder netzwerkbasierten Austauschbeziehungen,sondern finden im Kontext gemeinschaftlicher Koordinationsmuster statt. Das theoretische Ziel der Arbeit besteht zunächst darin, auf Basis der wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Open Source Software (OSS) und User Innovation ein tragfähiges Konzept für Innovationsgemeinschaften zu entwickeln.

Den empirischen Gegenstand der Arbeit bilden Startups, die sich aus Innovationsgemeinschaften im Kontext von opensource 3D-Druckern ausgründen. Die zentrale Fragestellung der Arbeit lautet daran anschließend:

»Wie beeinflussen die Besonderheiten gemeinschaftsbasierter Innovation den Gründungsprozess der Startups sowie die unternehmerische Praxis der daran beteiligten Entrepreneure?

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Technische Assistenz für Demenzerkrankte – Soziale Bedingungen und Konsequenzen

Hergesell, Jannis (2. Kohorte)

Durch den demographischen Wandel steht der Gesundheitssektor vor großen Herausforderungen und Wandlungsprozessen, welcher mit einem massiven externen Innovationsdruck einhergeht. Als Lösung für die Unterfinanzierung der Pflege, den Fachkräftemangel und prekäre Lebenslagen der Gepflegten und ihrer Angehörigen werden von verschiedensten Beteiligten innovative technische Assistenzsysteme reflexiv gefordert, gefördert und in bestehende Pflegekonzepte implementiert.

Die sozialen Dimensionen dieses Phänomen sind sozialwissenschaftlich nur unzureichend erforscht: Wie ändern sich durch innovative Techniken Lebenslagen von Gepflegten oder Beziehungen zwischen den Pflegenden und Gepflegten und gesamtgesellschaftliche Altersvorstellungen? Wie werden partielle, strategische Interessen mittels Innovationen durchgesetzt? Was sind die langfristigen Folgen von Pflegeinnovationen?

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Staging Science - new approaches in science communication

Hill, Miira (1. Kohorte)

In meiner Arbeit habe ich danach gefragt, „wie und warum in einem komplexen und unsicheren Verhältnis von Wissenschaft und Öffentlichkeit eine bestimmte Form des kommunikativen Handelns entsteht? Und was in diesen Kontexten als legitim und hochwertig angesehen wird?“ In meiner Disseration wurde mit dem Science Slam eine neue Gattung der außeruniversitären Wissenschaftskommunikation identifiziert, die sich über Neuheit definiert. Im Fokus der Analyse standen in unterschiedlichen Settings erfolgreich aufgeführte ScienceSlam-Präsentationen, die von Anderen als neu und besser anerkannt wurden.

Zentral war dabei die These, dass wir es beim Science Slam mit alternativen Legitimierungshandlungen und Kommunikationen von Wissenschaft zu tun haben. Meine Forschung liefert einen Beitrag zu der Frage wie neue kommunikative Institutionen entstehen und wie sie sich im Laufe der Zeit wandeln (Luckmann 1986, Günthner und Knoblauch 1994, Knoblauch 2007, Yates und Orlikowski 1992). Wie kleine Gruppenmeetings nach dem Zweiten Weltkrieg ist auch der Science Slam eine „kommunikative Innovation“(Byers und Mead 1965), der nicht nur neues Wissen thematisiert, sondern auch eine neue Form der Kommunikation darstellt.

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Reflexive Governance des Finanzsystems. Zur Wissensbasierung der Regulierung systemischer Risiken

Jöstingmeier, Marco (1. Kohorte)

Nach der Finanzkrise: Innovative Bankenregulierung durch Basel III?
» Problem systemischer Risiken und der Folge des kompletten Funktionsausfalls eines gesellschaftlichen Teilsystems.
» Von der organisationszentrierten zur systemorientierten Finanzaufsicht.

Theoretische Frage: Veränderte Form der strukturellen Kopplung von (Finanz-)Wirtschaft und Politik?
» Kognitive Neuausrichtung der strukturellen Kopplung.
» Organisationale Spezifizierung der strukturellen Kopplung.

Empirische Fragen: Wie verändert sich der Umgang mit regulatorischem Wissen in dersystemischen Aufsicht? Wie spezifizieren Organisationen die Kopplung von Wirtschaftund Politik?
» Verstärkt kognitiver und lernorientierter Umgang mit regulatorischem Wissen.
» Ausleuchtung von Nichtwissen als Standardmodus.
» Organisationen als Voraussetzung des konkreten Umweltbezugs autonomer Funktionssysteme.

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Kollektives Handeln heterogener Organisationen: Ein praxistheoretischer Analyserahmen

Jungmann (geb. Schmidt), Robert (Anderweitig finanziert)

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Exotische Sphären – eine wissenssoziologische Studie zu Kommunikation, Interaktion und Visualität in der mathematischen Forschung

Kiesow, Christian (Anderweitig finanziert)

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(Prozess-)Künstler als Transformationsdesigner. Über die Funktionalisierung kultureller Interventionen in der Stadt- und Regionalentwicklung. Eine Untersuchung am Beispiel der Urbanen Künste Ruhr

Mohr, Henning (1. Kohorte)

In den vergangenen zwanzig Jahren lässt sich eine deutliche Zunahme künstlerischerPraktiken beobachten, die nicht auf die Produktion eines Artefakts ausgerichtet sind,sondern die (prozessuale) Gestaltung des Sozialen als künstlerischen Akt vollziehen.Die Künstler intervenieren in soziale Zusammenhänge, um dort als kritische Instanz eineAuseinandersetzung mit den vorherrschenden Wirklichkeitsmodellen einzuleiten.

Bisher existiert wenig analytisch fundiertes Wissen über diese Besonderheiten des Künstlerischen. Das Dissertationsprojekt setzt sich daher mit den Wissens- und Kreativitätsdynamiken künstlerischer Prozesse auseinander, um die Potentiale im Kontext einer reflexiven Suche nach Neuheit nachzuzeichnen. Daran anknüpfend lauten die Leitfragen:

»Wie erarbeiten die Künstler innerhalb ihrer Projekte das lebensweltliche Wissen?

»Wie verarbeiten die Künstler das angeeignete Wissen über die Lebenswelt innerhalb ihrer künstlerischen Aktivitäten?

»Wie versuchen die Künstler das Wissen aus der Lebenswelt zu transformieren?

Zur analytischen Fundierung wurden künstlerische Aktionen innerhalb des Projekts „ArchipelInVest“ begleitet, das von 2012 bis 2014 von der Kulturorganisation Urbane Künsteim Ruhrgebiet veranstaltet wurde. Die Ergebnisse basieren auf 25 leitfadengestützten Interviews mit den teilnehmenden Künstlern, auf Dokumenten und Protokollen.

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Strategic patenting, standardization, and the creation of technological regimes

Petersen, Sören Simon (1. Kohorte)

Ziel der Arbeit ist es, zu untersuchen, wie Akteure (Unternehmen) die Instrumente der Patentierung und Standardisierung im Zuge ihrer Innovationstätigkeiten nutzen. Die Dissertation spiegelt den interdisziplinären Charakter des Kollegs wider, indem sie die Nutzung von Instrumenten zur Schaffung von Regularien (Grammatik) aus einer volkswirtschaftlichen Sichtweise tiefergehend beleuchtet. Die wesentlichen Beiträge der Dissertation zum wissenschaftlichen Diskurs können wie folgt zusammengefasst werden:

» Zum einen macht die Dissertation deutlich, wie sich die Nutzung von Patenten bei der Schaffung und Verwertung von Innovation über die letzten Jahre hinaus gewandelt hat. Weiterhin wird diskutiert, welche Faktoren die Effektivität von Patenten als Schutzinstrument beeinflussen. Hierbei setzt sich die Dissertation insbesondere mit der Verwendung gängiger ökonometrischer Verfahren auseinander und hinterfragt kritisch deren Nutzen.

» Zum anderen schafft die Dissertation ein stärkeres Verständnis dafür, wie Patentierung und Standardisierung interagieren und wie Unternehmen beide Instrumente gezielt kombinieren. Weitergehend setzt sich die Dissertation mit unterschiedlichen Formen der Regulierung auseinander, indem sie die Unterschiede zwischen Standardisierung und Regulierung tiefergehend untersucht.

» Schlussendlich wurde im Zuge der Dissertation ein starker Fokus auf die breite Verwendung unterschiedlicher ökonometrischer Verfahren gelegt. 

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Innovating Climate Governance through Experiments

Schroth, Fabian (1. Kohorte)

Die Arbeit untersucht, wie der Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung (CDM) zwischen 1988 und 2001 konstruiert wurde. Der CDM ist ein globales Instrumente zurReduzierung von Treibhausgasen, das es Industrieländern erlaubt, ihre Emissionen durch Kompensationsprojekte in Entwicklungsländern auszugleichen. Er stellt eine politische Ordnung dar, in der Klimagovernance zentral als ein Problem kosteneffizienter Reduktion von CO2-Einheiten gesehen wird.

Ausgehend von Ansätzen der Gouvernmentalität und der Performativität beschreibt die Arbeit den CDM als ein neues Governancearrangement aus Rationalitäten, Akteuren und Technologien und stellt die These auf, dass sich das Arrangement in performativen Governanceexperimenten entwickelte. Die Arbeit basiert auf einer qualitativen Analyse von 115 Dokumenten und 13 Interviews mit Experten aus dem Feld.

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Wenn Innovation zur Ideologie wird. Elektromobilisten als exklusive Innovationsgemeinschaft zwischen Innovation und Exnovation.

Stock, Jessica (1. Kohorte)

Im Zentrum dieses Forschungsvorhabens steht die einzelfallbasierte Rekonstruktiongemeinschaftsbasierter Innovationspraxis einer zivilgesellschaftlichen Innovationsgemeinschaft. Ziel ist es, herauszuarbeiten, wie sich zivilgesellschaftliche Akteur(inn)en dauerhaft und gegen Widerstände als Innovationsakteur(inn)en etablieren können und wie sie ihre Innovationspraxis koordinieren.

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Articulating Novelty Through Technological Objects

Stubbe, Julian (1. Kohorte)

In meinem Promotionsprojekt habe ich die Genese von zwei technisch komplexen Objekten verglichen. Das eine Objekt ist eine Roboterhand aus Silikon und das andere Objekt eine Medieninstallation mit dem Titel „Mirage“.

Das komparative Forschungsdesign ist inspiriert durch die empirische Beobachtung, dass technisch komplexe Artefakte in disparat erscheinenden Feldern wie Wissenschaft und Kunst gefertigt werden und in der Bewertung der Praxis eine zentrale Position einnehmen. In beiden Feldern entziehen sich technische Objekte allerdings einem instrumentellen Einsatz, der im klassischen Technikbegriff impliziert ist und der das Neue einer Technik als effizienteres Funktionieren vordefinieren würde.

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Innovation in der Öffentlichkeit: Berlin und Lyon in neuem Licht

Nona Schulte-Römer

Hundert Jahre nach der Einführung der elektrischen Beleuchtung stehen wir heute an der Schwelle zu einer neuen technologischen ‚Revolution‘: Licht emittierenden Dioden (LEDs) produzieren Elektroluminiszenz aus winzigen Halbleiterchips. Das elektronische Licht soll in naher Zukunft alle herkömmlichen Lichtquellen ersetzen.

Die Zukunft des neuen Lichts ist noch ungewiss. Die neue Halbleiter-Nanotechnologie stellt die traditionelle Beleuchtungsindustrie vor eine Zerreißprobe. In der Anwendung bringt die Innovation neue Chancen und Risiken: LEDs sind effizient, flexibel und ‚smart‘ steuerbar. Doch die Technologieentwicklung ist noch nicht am Ende und das neue Licht erst in der Erobungsphase.

Das Promotionsprojekt „Innovating in public“ (2011-2014) analysierte das laufende Innovationsgeschehen aus der Anwendungsperspektive mit Blick auf öffentliche LED-Beleuchtung in Städten. Die empiriegeleitete Frage lautete: Wie wird die neue Technologie in aller Öffentlichkeit eingeführt und bewertet?

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Cittaslow und Slow Urbanism

Sept, Ariane (2. Kohorte) 

Innovationsforschung und Stadtforschung miteinander zu verknüpfen, ist zentrales Anliegen meiner Arbeit. Was die Planungstheorie als Wandel der Stadtplanung und -entwicklung betrachtet, kann mit Konzepten aus der Innovationsforschung präziser und allgemeingültiger beschrieben werden. Wissenschaftliche Auseinandersetzungen, die sich explizit mit Innovation in der Stadtentwicklung im Sinne ihrer methodischen und konzeptionellen Erneuerung befassen, stehen relativ am Anfang, auch wenn zunehmend versucht wird, Neuartiges mit Hilfe theoretischer Konzepte sozialer Innovation zu betrachten. Noch weniger ist bisher darüber gesagt worden, wie Innovationen in der Stadtentwicklung im Zuge ihrer Verbreitung weitere Transformationsprozesse durchlaufen und vor Ort reflexiv (oder nicht) angewendet werden.

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The electric future reimagined? Reshaping cars, infrastructures, and society through the electrification of transportation

Wentland, Alexander (1. Kohorte)

Innovationen erzählen Geschichten über mögliche und erstrebenswerte Zukünfte. Mehr als andere Technologien war und ist die Elektromobilität mit dem Versprechen einer sauberen, nachhaltigen und fortschrittlichen Gesellschaft aufgeladen.

Obwohl es weiterhin ungewiss ist, wann Elektroautos profitabel werden, ist die Imagination um „das Auto der Zukunft“ aktuell dynamischer, verheißungsvoller, aber auch umstrittener als jemals zuvor. Ins Zentrum rücken die wettstreitenden Gesellschaftsvisionen hinter der Elektromobilität und wie sie von Akteuren als Teil ihrer Innovationsstrategie genutzt werden.

Kulturelle Imagination prägt unsere Vorstellung nachhaltiger Mobilität; Gesellschaftsbilder verändern sich mit der Technik.

Wie nutzen Akteure konkurrierende Zukunftsbilder bei der reflexiven Neubestimmung der Elektromobilität und wie werden, im Gegenzug, kollektive Wertvorstellungen durch die Elektromobilität verhandelt?

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Publikationen der Kollegiat*innen:

Hergesell; Maibaum; Minnetian; Sept (Hrsg.): Innovationsphänomene

Mohr: Die Kunst der Innovationsgesellschaft

Ferdinand: Entrepreneurship in Innovation Communities

Stubbe: Articulating Novelty in Science and Art

Kiesow: Die Mathematik als Denkwerk - Eine Studie zur kommunikativen und visuellen Performanz mathematischen Wissens

Noack: Soziale Innovationen in Berlin-Moabit - Zur kommunikativen Aushandlung von Neuem durch Raumpioniere im städtischen Kontext

 

 

Buchpublikationen des Kollegs:

Rammert, Windeler, Knoblauch, Hutter: Innovationsgesellschaft heute - Perspektive, Felder und Fälle

 

Ametowobla, Baur, Jungmann: Methods of Innovation Research: Qualitative, Quantitative and Mixed Methods Approaches