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TU Berlin

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Sebastian Dahm

 Sebastian Dahm
Lupe
Kollegiat

Technische Universität Berlin
Fakultät VI: Planen Bauen Umwelt
Institut für Soziologie

Fraunhoferstraße 33-36
Sekretariatszeichen FH 9-1
10587 Berlin

sebastian.dahm@tu-berlin.de
Tel.: +49 (0)30 /314 27308
Raum: FH 822

Mittwoch, 10:00-11:00, Raum 822

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Dissertationsvorhaben

Hacking und Making: epistemische Praktiken technischer Innovation

Hacking und Making lassen sich allgemein als ‚benachbarte' Formen des kreativen Umgangs mit Technologie fassen. Im engeren Sinn bezeichnet Hacking das Programmieren schneller, ‚unschöner‘ Lösungen, im weiteren Sinne den experimentell-spielerischen Umgang mit (Computer-)Technologie und ihren Beschränkungen – sowie die politischen Implikationen dieser Aktivitäten (Coleman 2013; 2017). Verglichen mit der Hacking-Community, deren Wurzeln bis in die Computerlabore des MIT der 50er und 60er Jahre zurückverfolgt werden können (Levy 2010; Raymond 2001), handelt es sich bei Making um ein recht junges Phänomen. Erst seit den 2000er Jahren kann – auch bedingt durch die allgemeine Verfügbarkeit komplexer Fertigungstechnologien (3D-Drucker, Lasercutter etc.) – eine ‚Vergemeinschaftung‘ von DIY-Interessierten mit einem dezidierten ‚Produktionsfokus‘ beobachtet werden. Den Bezugspunkt dieser Maker-Community bildet eben das Herstellen von (neuen) Dingen (Richterich und Wenz 2017).

Zwischen Hacking und Making lassen sich unbestritten Bezüge herstellen, diese sind bislang allerdings wenig systematisch ausgearbeitet. Eine vereinheitlichende Definition erscheint wenig tragfähig; zu heterogen und brüchig sind sowohl die Verbindungen als auch die Grenzziehungen innerhalb der Communities (Kubitschko 2017, Richterich und Wenz 2017). Im neueren Forschungsstand werden vor allem die Übertragung von Organisations- und Produktionsprinzipien der Open-Source-Bewegung auf die Making-Bewegung betont („Open Hardware“), wobei häufig eine Fokussierung auf Wertschöpfungsprozesse festzustellen ist (Smith et al. 2013; Dickel et al. 2014; Hielscher 2017). Demgegenüber schlägt meine Dissertation vor, die epistemischen Praktiken von Hacking und Making in den Blick zu nehmen, um so die konkreten Bezüge zwischen den Communities zu verfolgen. Dabei soll das Konzept der Wissenskultur (Knorr Cetina 2002; 2001) als analytischer Rahmen und Ausgangspunkt für die weitere empirische Arbeit dienen. Die Idee ist demnach, Hacking und Making als aufeinander bezogene (Wissens-)Kulturen zu fassen und ihre jeweils typischen Praktiken (Schatzki et al. 2008; Schmidt 2012) zum Gegenstand der Untersuchung zu machen, um so Kontinuitäten und Brüche aufdecken zu können. Ein durch STS (Star 2002; Latour 2006) und Ethnomethodologie (Garfinkel 2002, Livingston 2008) perspektiviertes, ethnographisches Vorgehen (Hammersley und Atkinson 2007) erlaubt, die situativen Praktiken der technologischen Aneignung zu analysieren und miteinander ins Verhältnis zu setzen.

Forschungsschwerpunkte

  • Ethnographie
  • Ethnomethodologie
  • Grounded Theory
  • Science and Technology Studies
  • Computergestützte qualitative Datenanalyse

Vorträge

Mit Sabine Biedermann Camposano: Innovation by other means: repairing,
restoring, rewilding. Summer School "Innovation and its others:
Neglected aspects of creative destruction", 20.-21.6.2019, Technische
Universität Berlin.

Hacking and Making. Towards a Theory of Techno-Epistemic Practice.
Kolloquium der Sektion Sozialpsychologie und Sozialanthropologie, 1.2.2019, Ruhr Universität Bochum.

Klatschen mit Garfinkel (Datensitzung). Videoanalyse-Nachwuchsworkshop II: Die Videoanalyse(n) und ihre Gegenstände, Bielefeld, 27.7.2015.

Doing Algae Biotech (Vortrag). 5. Studentischer Soziologiekongress, Tübingen, 2.10.2015.

Enacting Garfinkel (Vortrag). 5. Studentischer Soziologiekongress, Tübingen, 2.10.2015.

„Einfach machen“. Methodologische Perspektiven zur ethnographischen Erforschung von Hackerspaces. (Vortrag). Workshop: „Gesellschaft digital denken? Sozialwissenschaftliche Überlegungen zu neuen Technologien und technologischen Sozialformen“. Universität Bielefeld, 15.12.2016.

Publikationen

Kirstie Ball, Sebastian Dahm, Michael Friedewald, Antonella Galetta, Kerstin Goos, Richard Jones, Erik Lastic, Clive Norris, Charles Raab, and Keith Spiller, "The cases: ANPR, credit scoring and Neighbourhood Watch", in Kirstie Ball, and William Webster (eds.), Surveillance and Democracy in Europe, Routledge, London and New York, 2019, pp. 30-50.

Kirstie Ball, Sebastian Dahm, Michael Friedewald, Antonella Galetta, Kerstin Goos, Richard Jones, Erik Lastic, Clive Norris, Charles Raab, and Keith Spiller, "Search and indignify: Automatic Number Plate Recognition in Europe", in Kirstie Ball, and William Webster (eds.), Surveillance and Democracy in Europe, Routledge, London and New York, 2019, pp. 51-68.

Dahm, Sebastian (2017): „Just Do It!“. Considerations on the Acquisition of Hackerspace Field Skills as an Ethnomethodological Research Technique. In: Digital Culture & Society 3 (1), S. 109-124. DOI: 10.14361/dcs-2017-0107.

 

 

Zusatzinformationen / Extras

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